Mikrobiologie

Zuständiger Arzt: Dr. med. Andreas Waßmann, Facharzt für Mikrobiologie,
Virologie, Infektionsepidemiologie und Laboratoiumsmedizin

Dr. med. Waßmann: 02331-3580 26
Bakteriologische Abteilung: 02331-3580 31


Allgemeines
Die mikrobiologische Diagnostik unserer Laborpraxis umfasst:
  1. Variadiagnostik
  2. MRSA-Diagnostik
  3. Urin-/Urineintauchkultur-Diagnostik
  4. Mykobakteriendiagnostik
  5. Stuhldiagnostik
  6. Funktionsüberprüfungen von Heißluft- und Dampfsterilisatoren
Wichtig für die Befundung ist ein Untersuchungs-Anforderungsschein, der vom Einsender komplett ausgefüllt wurde. Er sollte neben den üblichen Patientenangaben auch Angaben enthalten über die Art der Probe bzw. Entnahmetechnik, genauem Entnahmezeitpunkt und Diagnose sowie einen Vermerk, falls Material unter oder nach Antibiotikatherapie entnommen wurde.

1. Variadiagnostik

Bakteriologisch kulturelle Varia-Diagnostik können Sie anfordern

allgemein auf „pathogene Keime“

oder

gezielt auf eine Erregerspezies oder -gruppe,
z.B. „A-Streptokokken“.

Bei kulturellem Erregernachweis mit möglicher klinischer Bedeutung wird ein Antibiogramm durchgeführt, falls es nicht anders erwünscht ist.

Die übliche Bearbeitungszeit einer bakteriologischen Kultur beträgt i.d.R. 2-3 Tage. Der kulturelle Ansatz auf Dermatophyten wird 21 Tage bebrütet.

Probenart Transportmedium
Transportmaterial
Maximale
Transportdauer
Lagerung
Wund-/Hautabstrich Abstrichtupfer mit Amies-Medium 2 Stunden Max. 12 Stunden bei 4°C
Abszessinhalt Sterile Spritze oder steriles Röhrchen 2 Stunden Max. 12 Stunden bei 4°C
Rachenabstrich Abstrichtupfer mit Amies-Medium 2 Stunden Max. 12 Stunden bei 4°C
Nasenabstrich Abstrichtupfer mit Amies-Medium 2 Stunden Max. 12 Stunden bei 4°C
Sputum auf allg. Erreger Morgensputum im Sputum 2 Stunden Max. 12 Stunden bei 4°C
Gehörgangsabstrich Abstrichtupfer mit Amies-Medium 2 Stunden Max. 12 Stunden bei 4°C
Bindehautabstrich Abstrichtupfer mit Amies-Medium 2 Stunden Max. 12 Stunden bei 4°C
Dermatophyten-nachweis Hautschuppen oder Nagelmaterial im sterilen Plastikbeutel, Hefen mittels Abstrichtupfer mit Amies-Medium 2-4 Stunden In Ausnahmefällen max. 12 Stunden bei 8°C


Die benötigten Abstrichtupfer und Entnahmegefäße können bei uns angefordert werden.

Detaillierte Informationen zur Probennahme:

Material: Wund-/Hautbstrich

Gewinnung und Entnahmetechnik:

Die Probenentnahme erfolgt mit sterilem Tupfer bzw. chirurgischem Besteck vom Wundgrund und aus den Wundrandbezirken möglichst von verschiedenen Lokalisationen. Vorher sind oberflächliche Sekrete und fibrinöse bzw. nekrotische Beläge steril zu entfernen.

Transportdauer:

Die Probe soll innerhalb von 2 Stunden in das Labor transportiert und dort verarbeitet werden.

Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Untersuchungsgut für max. 12 Stunden bei 4°C gelagert werden.

Transportmaterial: Steriler Polyesterabstrichtupfer im Transportröhrchen mit Amies-Medium

Quelle: - Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ) 6 2013

Material: Abszessinhalt

Gewinnung und Entnahmetechnik:

Bei zur Eröffnung anstehenden Abszessen sollte vorher genügend Probengut mittels Punktion gewonnen werden. Gelingt dies nicht, ist bei der Inzision sofort unter aseptischen Bedingungen Abszessinhalt mittels Spritze oder chirurgischen Löffel aufzunehmen und in ein steriles Röhrchen zu geben.

Spätere Tupferabstriche aus entleerten Abszesshöhlen besitzen wenig Wert.

Transportdauer:

Die Probe soll innerhalb von 2 Stunden in das Labor transportiert und dort verarbeitet werden.

Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Untersuchungsgut für max. 12 Stunden bei 4°C gelagert werden.

Transportmaterial: Sterile Spritze oder steriles Röhrchen

Quelle: - Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ) 6 2013

Material: Rachenabstrich

Gewinnung und Entnahmetechnik:

Nur bei nicht entzündeter Epiglottis (Gefahr der Atemwegsobstruktion!) Mund mehrmals mit Leitungswasser ausspülen lassen. Zunge mit Spatel herunterdrücken bzw. mit keimarmer Kompresse greifen und nach vorne ziehen. Polyester-Tupfer einführen, ohne dabei die Lippen, Mundschleimhaut oder Uvula zu berühren. Tupfer unter Druck von oben nach unten über die Tonsillen bzw. horizontal über die Rachenwand streichen.

Transportdauer:

Die Transportdauer beeinflusst maßgeblich das Kulturergebnis, da in der Mehrzahl der Fälle neben den Infektionserregern auch physiologische Standortflora in der Probe enthalten sein wird. Um in der kulturellen Diagnostik ein repräsentatives quantitatives Verhältnis zwischen der physiologischen Flora und den spezifischen, infektionsrelevanten Erregern zu erhalten, soll die Probe innerhalb von 2 Stunden in das Labor transportiert und dort verarbeitet werden.

Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Untersuchungsgut für max. 12 Stunden bei 4°C gelagert werden.

Transportmaterial: Steriler Polyesterabstrichtupfer im Transportröhrchen mit Amies-Medium

Quelle: - Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ) 13 2010

Material: Nasenabstrich

Gewinnung und Entnahmetechnik:

Zunächst Frage der Zielsetzung klären: soll die Besiedlung des Introitus nasi geprüft werden oder sollen tiefere Abschnitte der Nasenhöhle untersucht werden?

Für die Untersuchung des vorderen Abschnitts der Nasenhöhle sterilen Polyester-Tupfer mit steriler Kochsalzlösung befeuchten, maximal 2 cm in ein Nasenloch einführen und die Nasenschleimhaut rotierend unter konstantem Druck abstreichen. Mit demselben Tupfer auch zweiten Nasengang abstreichen.

Für die Untersuchung von Sinussekret sterilen Polyester-Tupfer unter Spekulumsicht 3-5 cm in den mittleren Nasengang einführen und dort sichtbares Sekret aufnehmen. Diese Art der Sinusdiagnostik ist allerdings der endoskopisch oder durch Punktion geführten Sinusdiagnostik deutlich unterlegen.

Transportdauer:

Die Transportdauer beeinflusst maßgeblich das Kulturergebnis, da in der Mehrzahl der Fälle neben den Infektionserregern auch physiologische Standortflora in der Probe enthalten sein wird. Um in der kulturellen Diagnostik ein repräsentatives quantitatives Verhältnis zwischen der physiologischen Flora und den spezifischen, infektionsrelevanten Erregern zu erhalten, soll die Probe innerhalb von 2 Stunden in das Labor transportiert und dort verarbeitet werden.

Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Untersuchungsgut für max. 12 Stunden bei 4°C gelagert werden.

Transportmaterial: Steriler Polyesterabstrichtupfer im Transportröhrchen mit Amies-Medium

Quelle: - Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ) 13 2010

Material: Sputum auf allgemeine Infektionserreger

Gewinnung und Entnahmetechnik:

Besonders gut geeignet ist das erste Morgensputum. Es sollte nur makroskopisch eitriges Sputum eingesandt werden.

Transportdauer:

Die Transportdauer beeinflusst maßgeblich das Kulturergebnis, da in der Mehrzahl der Fälle neben den Infektionserregern auch physiologische Standortflora in der Probe enthalten sein wird. Um in der kulturellen Diagnostik ein repräsentatives quantitatives Verhältnis zwischen der physiologischen Flora und den spezifischen, infektionsrelevanten Erregern zu erhalten, soll die Probe innerhalb von 2 Stunden in das Labor transportiert und dort verarbeitet werden.

Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Untersuchungsgut für max. 12 Stunden bei 4°C gelagert werden.

Transportmaterial: Sputumgefäß

Quelle: Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ) 7 2010

Material: Gehörgangsabstrich

Gewinnung und Entnahmetechnik:

Ohrmuschel desinfizieren, ggf. Krusten entfernen. Mit Polyester-Tupfer Gehörgang rotierend abstreichen. Bei tief im Gehörgang liegenden Prozessen Spekulum oder Ohrtrichter verwenden.

Transportdauer:

Die Transportdauer beeinflusst maßgeblich das Kulturergebnis, da in der Mehrzahl der Fälle neben den Infektionserregern auch physiologische Standortflora in der Probe enthalten sein wird. Um in der kulturellen Diagnostik ein repräsentatives quantitatives Verhältnis zwischen der physiologischen Flora und den spezifischen, infektionsrelevanten Erregern zu erhalten, soll die Probe innerhalb von 2 Stunden in das Labor transportiert und dort verarbeitet werden.

Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Untersuchungsgut für max. 12 Stunden bei 4°C gelagert werden.

Transportmaterial: Steriler Polyesterabstrichtupfer im Transportröhrchen mit Amies-Medium

Quelle: - Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ) 13 2010

Material: Bindehautabstrich

Gewinnung und Entnahmetechnik:

Zur Probenentnahme bei Verdacht auf akute bakteriell bedingte Konjunktivitis sollte mit einem Abstrichtupfer nach Abziehen des Unterlides die Konjunktiva im unteren Fornix in der gesamten Länge abgestrichen und der Abstrichtupfer ein paar Sekunden bis zur völligen Durchtränkung dort belassen werden.

Transportdauer:

Die Transportdauer beeinflusst maßgeblich das Kulturergebnis, da in der Mehrzahl der Fälle neben den Infektionserregern auch physiologische Standortflora in der Probe enthalten sein wird. Um in der kulturellen Diagnostik ein repräsentatives quantitatives Verhältnis zwischen der physiologischen Flora und den spezifischen, infektionsrelevanten Erregern zu erhalten, soll die Probe innerhalb von 2 Stunden in das Labor transportiert und dort verarbeitet werden.

Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Untersuchungsgut für max. 12 Stunden bei 4°C gelagert werden.

Transportmaterial: Steriler Polyesterabstrichtupfer im Transportröhrchen mit Amies-Medium

Quelle: - Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ) 31 2011

Material: Pilznachweis von Haut und Hautanhangsgebilden

A) Gewinnung und Entnahmetechnik von Dermatophyten:

Allgemeines: Es sollten nur sterile Instrumente verwendet werden, wie Skalpell, Epilationspinzette, Nagelpfeile, Schere und scharfer Löffel.

Generell sollte das Untersuchungsmaterial unter aseptischen Bedingungen gewonnen und in einem sterilen Behältnis ohne Medium für den Transport gesandt werden. Die Entnahmestelle sollte vor der Probengewinnung mit 70%igem Ethanol desinfiziert werden, um die kontaminierende Begleitflora zumindest zu reduzieren.

Haut: Mykoseverdächtige Krankheitsherde mit Mulltupfer oder Schwämmchen und 70%igem Ethanol desinfizieren. Alle Auflagerungen - auch lose anhaftende Hautschuppen - entfernen.

Dann erst mit sterilem Skalpell oder scharfem Löffel vom Rande des Herdes möglichst viele (20-30) Schüppchen ablösen.

Nagel: Nach gründlicher Reinigung mit 70%igem Ethanol zunächst alle leicht ablösbaren bröckeligen Teile entfernen (Pilzdichte gering).

Mit sterilem Skalpell oder kleinen scharfen Löffel bzw. einer Fräse Material aus den befallenen Arealen der Nagelplatte (Rand der Läsion) ablösen. Material in einer sterilen Petrischale bzw. in verschließbaren Kunststoffröhrchen oder in einem sterilen, verschließbaren Plastikbeutel sammeln.

Keine mit der Schere abgeschnittenen Nagelteile ins Labor schicken.

Haare: Evtl. vorhandene Krusten und grobe Schuppen entfernen, ggf. die Entnahmestelle mit 70%igem Ethanol reinigen. Einige Haarstümpfe mit der Epilationspinzette entnehmen. Wichtig dabei ist das Vorhandensein der Haarwurzel. Gewonnene Haare zwischen zwei sterilen Glas-Objektträgern in steriler Petrischale ins Labor transportieren.

B) Gewinnung und Entnahmetechnik von Hefen:

Hefen lassen sich in Abstrichen ohne vorherige Desinfektion nachweisen.

Transportmaterial: Steriler Polyesterabstrichtupfer im Transportröhrchen mit Amies-Medium

Transportdauer:

Die Transportdauer beeinflusst maßgeblich das Kulturergebnis, da in der Mehrzahl der Fälle neben den Infektionserregern auch physiologische Standortflora in der Probe enthalten sein wird. Um in der kulturellen Diagnostik ein repräsentatives quantitatives Verhältnis zwischen der physiologischen Flora und den spezifischen, infektionsrelevanten Erregern zu erhalten, soll die Probe innerhalb von 2 -4 Stunden in das Labor transportiert und dort verarbeitet werden.

Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Untersuchungsgut bei 8 °C gelagert werden.

Quelle: - Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ) 14 2001

2. MRSA-Diagnostik

Die übliche kulturelle MRSA-Suchdiagnostik umfasst in der Regel den

Wund-,

Nasen-,

Rachen-

und Leisten-Abstrich.

Die Bearbeitungsdauer einer Kultur auf MRSA beträgt je nach Wachstum i.d.R. 1-2 Tage.

Es besteht namentliche Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz für den MRSA-Nachweis aus Blut oder Liquor.

Material: MRSA-Nasenabstrich

Gewinnung und Entnahmetechnik:

Für die Untersuchung des vorderen Abschnitts der Nasenhöhle sterilen Polyester-Tupfer mit steriler Kochsalzlösung befeuchten, maximal 2 cm in ein Nasenloch einführen und die Nasenschleimhaut rotierend unter konstantem Druck abstreichen. Mit demselben Tupfer auch zweiten Nasengang abstreichen.

Transportdauer:

Die Transportdauer beeinflusst maßgeblich das Kulturergebnis, da in der Mehrzahl der Fälle neben den Infektionserregern auch physiologische Standortflora in der Probe enthalten sein wird. Um in der kulturellen Diagnostik ein repräsentatives quantitatives Verhältnis zwischen der physiologischen Flora und den spezifischen, infektionsrelevanten Erregern zu erhalten, soll die Probe innerhalb von 2 Stunden in das Labor transportiert und dort verarbeitet werden.

Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Untersuchungsgut für max. 12 Stunden bei 4°C gelagert werden.

Transportmaterial: Steriler Polyesterabstrichtupfer im Transportröhrchen mit Amies-Medium

Quelle: - Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ) 13 2010

Probenart

Transportmedium

Transportmaterial

Maximale

Transportdauer

Lagerung

MRSA-Nasenabstrich

Abstrichtupfer mit Amies-Medium

2 Stunden

Max. 12 Stunden bei 4 °C

3. Urin-/Urineintauchkultur-Diagnostik

Für die Urindiagnostik benötigte Urinbecher können Sie bei uns anfordern. Die Eintauchkultur-Medien (Uriculte) können Sie über uns beziehen.

Bei signifikanter Keimzahl wird automatisch ein Antibiogramm durchgeführt.

Die übliche Bearbeitungsdauer der Urin-/Urineintauchkultur-Diagnostik beträgt je nach Wachstum 1-2 Tage, bei Mischkulturen ggf. auch 3 Tage..

Probennahme Urin

Gewinnung und Entnahmetechnik:

1. Sorgfältige Reinigung um den Introitus urethrae (Kann die Häufigkeit falsch positiver Urinkulturen um mindestens 20% reduzieren.)

2. Am besten geeignet ist der erste Morgenurin.

3. Urinentnahme von Mittelstrahlurin: Nachdem der Harnstrahl für etwa 3 Sekunden in Gang gekommen ist, werden etwa 10-20 ml im sterilen Becher aufgefangen, ohne den Harnstrahl zu unterbrechen. Dabei Verunreinigung des Becherrandes durch Hand oder Kleidung vermeiden.

4. Urin in beschriftetes steriles Transportröhrchen füllen.

5. Bis zur Weiterleitung ins Labor sofort kühl (2-8°C) lagern. Die gekühlte Lagerung ist vom Einsender zu dokumentieren.

Begleitschein:

Neben den üblichen Patientenangaben sollen auch Angaben über die Art der Urinprobe bzw. Entnahmetechnik, genauem Entnahmezeitpunkt, die entnehmende Person, die Diagnose oder Verdachtsdiagnose sowie zur laufenden Therapien mitgeteilt werden.

Der Begleitschein und die zugehörige Urinprobe sind entsprechend DIN-ISO 15189 unverwechselbar zu kennzeichnen. Für den Transport und die Lagerung sind beide getrennt aufzubewahren, um eine Kontamination des Begleitscheins mit auslaufendem Probenmaterial zu vermeiden.

Quellen: - Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ) 2 2005

- DIN-ISO 15189

Probennahme Urineintauchkultur

Gewinnung und Entnahmetechnik:

Der Nährmedienobjektträger wird in frisch gewonnenen Mittelstrahlurin getaucht, bis die Agaroberflächen vollkommen bedeckt sind. Überschüssigen Harn vom Nährmediumträger abfließen lassen und die letzten Tropfen mit saugfähigem Papier abtupfen. Nach Verschluss der Urineintauchkultur Bebrütung für 16-24 Stunden bei 36 ± 2°C aufrecht stehend im Brutschrank.

Begleitschein:

Neben den üblichen Patientenangaben sollen auch Angaben über den genauem Entnahmezeitpunkt, die entnehmende Person, die Diagnose oder Verdachtsdiagnose sowie Angaben zur laufenden Therapien mitgeteilt werden.

Der Begleitschein und die zugehörige Urinprobe sind entsprechend DIN-ISO 15189 unverwechselbar zu kennzeichnen.

Achtung: Anwender müssen nach dem Medizinproduktegesetz und der Medizinproduktebetreiberverordnung darauf achten, Urineintauchkulturen stets vor ihrer Anwendung zu überprüfen (Verfallsdatum, eingetrocknete Nährmedien) und nach dem Eintauchen keine Restflüssigkeit im Probenröhrchen zu lassen. Falls das Labor trotzdem eine Restflüssigkeit vorfindet, muss der Einsender benachrichtigt werden, um eine korrekte Wiederholungsuntersuchung einzuleiten.

Quelle: Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ) 2 2005

DIN-ISO 15189

Probenart

Transportmedium

Transportmaterial

Maximale

Transportdauer

Lagerung

Urin

Steriles Transport-

röhrchen

2 Stunden, gekühlt!

Die Probe muß am Abnahmetag ins Labor!

Sofortige Lagerung bei 2-8 °C, die Kühlung ist vom Einsender zu dokumentieren!

Urineintauchkultur

Urineintauchkultur

Nach Benetzung der Agaroberflächen sofortige Bebrütung bei 36 °C

Nach Benetzung der Agaroberflächen sofortige Bebrütung

bei 36 °C


4. Mykobakteriendiagnostik

Wegen der von Probe zu Probe variablen und oft nur sehr geringen Bakterien­dichte sollten mindestens 3 Proben, möglichst an verschiedenen Tagen gewonnen, untersucht werden (gemäß des Qualitätsstandards in der mikro­biolo­gisch-infektiologischen Diagnostik).

Die Transportdauer sollte 24 Stunden nicht überschreiten. Die für den Transport benötigten Entnahmegefäße können bei uns angefordert werden.

Für die kulturelle und mikroskopische Untersuchung benötigen wir:

von Sputum (3x) 2-10 ml,
Sputum binnen 1 h sammeln

von Bronchialsekret 2-5 ml

von Bronchiallavage (BAL) u. Pleurapunktat 10-30 ml

von Magennüchternsekret mindestens 20-30 ml

von Urin (3x) 30-50 ml,
kein 24-h-Sammelurin

von Liquor mindestens 5 ml

von Blut 5-10 ml heparinisiertes Blut

Ejakulat 2-5 ml

Bei Biopsien bitte kein Formaldehyd verwenden!

Die mikroskopische Primäruntersuchung der Probe wird umgehend nach Eingang durchgeführt und das Ergebnis dem Einsender mitgeteilt.

Da Mykobakterien langsam wachsen, beträgt die Bebrütungsdauer in der Regel 8 Wochen.

Es besteht namentliche Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz für den Vorabnachweis von säurefesten Stäbchen aus dem Sputum und dem direkten Nachweis von Mycobacterium tuberculosis/africanum, Mycobacterium bovis.

Probennahme Sputum auf Mycobakterien

Gewinnung und Entnahmetechnik:

- Gewinnung durch Abhusten aus den tiefen Atemwegen

- Volumen möglichst 2-5 ml

- Erstes Morgensputum besonders geeignet

- Keine Mundspülung vor Sputumgewinnung

- Kein Sammelsputum

Bei noch nicht gesicherter Diagnose und unkomplizierter Probengewinnung sind mindestens drei Proben, möglichst an drei verschiedenen Tagen, zu gewinnen.

Transportdauer:

Die Transportdauer von der Probennahme bis zur Verarbeitung im Labor sollte 24 Stunden möglichst nicht überschreiten. Können Proben nicht sofort weitergeleitet werden (z.B. an Wochenenden), sind sie bei 2-8 °C aufzubewahren.

Transportmaterial: Sputumgefäß, wird von unserer Laborpraxis zur Verfügung gestellt.

Begleitschein:

Neben den üblichen Patientenangaben sollen auch Angaben über die Art der Patientenprobe, genauem Entnahmezeitpunkt, die Diagnose oder Verdachtsdiagnose sowie zur laufenden Therapien mitgeteilt werden.

Quelle: - Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ) 5 2010

Probennahme Urin auf Mycobakterien

Gewinnung und Entnahmetechnik:

- Vorzugsweise Morgenurin nach Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr am Vorabend

- Kein Mittelstrahlurin

- Entnahme unter Vermeidung von mikrobiellen Verunreinigungen

- Mindestens 30 ml, keine Sammelurinproben

- Nicht aus Urinauffangbeuteln

Bei noch nicht gesicherter Diagnose und unkomplizierter Probengewinnung sind mindestens drei Proben, möglichst an drei verschiedenen Tagen, zu gewinnen.

Transportdauer:

Die Transportdauer von der Probennahme bis zur Verarbeitung im Labor sollte 24 Stunden möglichst nicht überschreiten. Können Proben sofort weitergeleitet werden (z.B. an Wochenenden), sind sie bei 2-8 °C aufzubewahre.

Transportmaterial: Urinsammelgefäß, wird von unserer Laborpraxis zur Verfügung gestellt.

Begleitschein:

Neben den üblichen Patientenangaben sollen auch Angaben über die Art der Patientenprobe, genauem Entnahmezeitpunkt, die Diagnose oder Verdachtsdiagnose sowie zur laufenden Therapien mitgeteilt werden.

Quelle: - Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ) 5 2010

Probenart Transportmedium
Transportmaterial
Maximale
Transportdauer
Lagerung
Sputum auf Mycobakterien 2-5 ml Morgensputum
im Sputumgefäß
24 Stunden Max. 24 Stunden bei 2-8 °C
Urin auf Mycobakterien Mind. 30 ml Morgenurin
im Urinsammelgefäß
24 Stunden Max. 24 Stunden bei 2-8 °C


5. Stuhldiagnostik





Pathogene Keime umfasst: Salmonellen
Shigellen
Campylobacter
Yersinien
EHEC, (Enterohämorrh. E. coli)
ETEC (Enterotoxische E. coli)
EPEC(Enteropath. E. coli, „Dyspepsie coli'),
nur bei Kindern bis 2 Jahre
Fakult. enteropathogene Keime
Clostridium difficile (bei Kassenpatienten nur bei gezielter Anforderung)
Rotavirus
Adenovirus
Norovirus (bei Kassenpatienten nur bei gezielter Anforderung)
Aeromonaden, Plesiomonaden, Vibrionen,
nur bei Tropenrückkehrern

TPE umfasst: Salmonellen
Shigellen
Campylobacter
Yersinien
Clostridium difficile (bei Kassenpatienten nur bei gezielter Anforderung)
EHEC, Enterohämorrh. E. coli)
ETEC (Enterotoxische E. coli
EPEC(Enteropath. E. coli, „Dyspepsie coli'),
nur bei Kindern bis 2 Jahre
Fakult. enteropathogene Keime Aeromonaden, Plesiomonaden, Vibrionen,
nur bei Tropenrückkehrern

Pilze umfasst: Hefen
Schimmelpilze

Parasiten umfasst: Helmintheneier (mikroskopisch)
Amöben (ELISA)
Lamblien (ELISA)
Kokzidien (ELISA)




Der Stuhl auf Parasitennachweis sollte möglichst f r i s c h sein!

Für den Oxyureneiernachweis ist das perianale, morgendliche Tesafilmabklatschpräparat am Geeignetsten.

Das Objektträgerglas mit dem Tesafilmabklatsch wird in ein Objektträgeretui für den Transport gegeben.

Probennahme Stuhl

Gewinnung und Entnahmetechnik:

Der Stuhl sollte in ein sauberes Gefäß (z.B. Steckbecken) oder in eine frisch gespülte Toilettenschüssel entleert werden. Mit dem im Transportgefäß enthaltenen Löffelchen ist mindestens eine 3-5 ml entsprechende Menge Stuhl (etwa walnussgroß) zu entnehmen. Blutige, schleimige oder eitrige Anteile sollten bevorzugt entnommen werden. Sind zusätzliche parasitologische oder immunologische Untersuchungen (z.B. Antigen-ELISA) vorgesehen, sollte das Stuhlgefäß zur Hälfte gefüllt sein.

Transportdauer:

In Abhängigkeit von der Transportzeit werden die Infektionserreger in unterschiedlichem Ausmaß geschädigt; empfindliche Erreger sind z.B. Shigellen, Cholerabakterien und Campylobacter.

Die Probe soll innerhalb von 2-4 Stunden in das Labor transportiert und dort verarbeitet werden.

Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Untersuchungsgut für max. 24 Stunden bei 4°C gelagert werden.

Transportmaterial: Stuhlröhrchen im U-Container mit Saugpapier

Begleitschein:

Neben den üblichen Patientenangaben sollen auch Angaben über die Art der Patientenprobe, genauem Entnahmezeitpunkt, die Diagnose oder Verdachtsdiagnose sowie zur laufenden Therapien mitgeteilt werden.

Quelle: - Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards (MiQ) 9 2013

Die benötigten Entnahme-Gefäße können bei uns angefordert werden.

Probenart

Transportmedium

Transportmaterial

Maximale

Transportdauer

Lagerung

Stuhl

Stuhlröhrchen im U-Container mit Saugpapier

2-4 Stunden

Max. 24 Stunden bei 4 °C

Die übliche Bearbeitungsdauer einer Stuhlprobe auf Enteritis-Erreger beträgt i.d.R. 2-3 Tage. Der Nachweis von meldepflichtigen Erregern wird vorab per Fax mitgeteilt. Namentliche Meldepflicht besteht nach dem Infektionsschutzgesetz für den Nachweis von Salmonellen, Shigellen, Campylobacter, Yersinien, EHEC, sonstige darmpathogene E. coli-Stämme, Clostridium difficile, Norovirus, Rotavirus.

Bei Untersuchungen auf meldepflichtige Erreger können Sie die Ausnahmekennziffer 32 006 zur Laborbudget-Befreiung anwenden. Bitte vergessen Sie nicht, die Ziffer auf der Überweisung einzutragen. Falls Zweifel bestehen, rufen Sie uns einfach an.

Bei kulturellem Erregernachweis mit möglicher pathogener Signifikanz wird ein Antibiogramm durchgeführt, falls nicht anders erwünscht.

6. Funktionsüberprüfungen von
Heissluft- und Dampfsterilisatoren

Unsere Laborpraxis bietet die Möglichkeit an, mit Bioindikatoren die Effektivität Ihrer Heißluft- und Dampf-Sterilisatoren nach DIN 58947 bzw. DIN 58946 zu überprüfen.

Auf Anforderung erhalten Sie von uns Bioindikatoren (Sporenstreifen) mit einem Anlageblatt, das eine Beschreibung enthält zur technischen Durchführung der Sterilisations­kontrolle.

Je nach Größe/Volumen des zu prüfenden Sterilisators kommen unter­schied­lich viele Sporenstreifen zur Anwendung:

Bei Heißluft-Sterilisatoren:

Für Heißluft-Sterilisatoren werden als Bioindikator Sporenstreifen mit
Bacillus subtilis var. niger verwendet.

< 6 l:
> 6 - 30 l:
> 30 - 60 l:
> 60 - 250 l:

< 1 l:
> 1 - 5 l:
> 5 l:
3 Sporenstreifen
6 Sporenstreifen
9 Sporenstreifen
12 Sporenstreifen

1 Sporenstreifen
3 Sporenstreifen
5 Sporenstreifen
Bei Dampf-Sterilisatoren:

Für Dampf-Sterilisatoren (Autoklaven) werden als Bioindikator Sporenstreifen mit Bacillus stearothermophilus verwendet.

Die Bebrütung der Sporenstreifen in unserer Laborpraxis dauert 7 Tage.